SEO-Audit selbst durchführen: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor du irgendetwas an deiner Website optimierst, solltest du wissen, wo sie wirklich steht. Ein SEO-Audit zeigt dir die konkreten Schwachstellen — und welche davon dein Ranking am stärksten bremsen.

Was ist ein SEO-Audit?

Definition

Ein SEO-Audit ist eine systematische Analyse einer Website, die technische Fehler, inhaltliche Schwächen und Optimierungspotenziale identifiziert. Ziel ist eine priorisierte Liste von Maßnahmen, die das organische Ranking und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen verbessern.

Ein vollständiger SEO-Audit deckt vier Bereiche ab: technische Basis, Inhaltsqualität, externe Signale (Backlinks) und lokale Sichtbarkeit. Für KMU ohne riesiges Budget ist ein vereinfachter Basis-Audit mit kostenlosen oder günstigen Tools bereits sehr aufschlussreich.

Was du für einen Basis-Audit brauchst

Du benötigst drei kostenlose Zugänge:

  • Google Search Console (search.google.com/search-console) — das wichtigste Tool überhaupt, kostenlos
  • Google PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev) — für technische Performance, kostenlos
  • Screaming Frog SEO Spider — kostenlos bis 500 URLs, danach Lizenzpflicht

Optional und sehr empfehlenswert: Ahrefs Webmaster Tools (kostenlos für die eigene Domain) für Backlink-Analyse.

Schritt 1: Google Search Console prüfen

Die Google Search Console ist dein direktes Fenster in Googles Sicht auf deine Website. Folgende Bereiche solltest du als erstes prüfen:

Coverage-Bericht (Seiten → Indexabdeckung): Zeigt dir, welche Seiten Google indexiert hat und welche nicht — und warum. Seiten mit „Fehler“ oder „Ausgeschlossen“ haben oft ein konkretes technisches Problem, das du beheben kannst.

Core Web Vitals: Zeigt den Status deiner Ladezeit-Metriken basierend auf echten Nutzerdaten. Seiten mit „schlecht“ oder „verbesserungswürdig“ sollten priorisiert optimiert werden.

Leistungsbericht: Zeigt deine wichtigsten Keywords, die Klickraten und die durchschnittliche Position. Besonders interessant: Keywords, für die du auf Position 4–10 rankst — hier ist Optimierungspotenzial mit verhältnismäßig wenig Aufwand realisierbar.

Filtere im Leistungsbericht nach Keywords mit mehr als 50 Impressionen und einer Position zwischen 4 und 15. Das sind deine „Quick Wins“ — Seiten, die Google bereits kennt und mag, aber noch nicht weit genug oben ranken.

Schritt 2: Technischen Crawl mit Screaming Frog durchführen

Screaming Frog crawlt deine Website wie ein Suchmaschinen-Bot und zeigt alle technischen Probleme in einer übersichtlichen Tabelle. Die wichtigsten Auswertungen:

Response Codes: Alle Seiten mit 4xx-Fehlern (404 = Seite nicht gefunden) und 5xx-Fehlern (Serverfehler) sollten umgehend behoben werden. 301-Weiterleitungen prüfen — zu lange Weiterleitungsketten (mehr als 3 Hops) verlangsamen das Crawling.

Meta Data: Doppelte Titel-Tags und Beschreibungen sind ein häufiges Problem. Jede Seite braucht einen einzigartigen Title und eine einzigartige Meta Description.

H1 Tags: Jede Seite sollte exakt einen H1-Tag haben. Mehrere H1s oder fehlende H1s sind ein klares Signal für Optimierungsbedarf.

Bilder ohne Alt-Text: Screaming Frog listet alle Bilder ohne Alt-Attribut auf. Alt-Texte sind sowohl für SEO als auch für Barrierefreiheit wichtig.

Schritt 3: Seitengeschwindigkeit und Core Web Vitals prüfen

Gib die URL deiner wichtigsten Seiten in Google PageSpeed Insights ein. Die technischen Hintergründe zu Technischem SEO helfen dir, die Ergebnisse besser einzuordnen. Notiere die drei Core Web Vitals-Werte (LCP, INP, CLS) und den Gesamtscore für Mobile und Desktop.

Mobile ist wichtiger als Desktop — Google verwendet Mobile-First-Indexing, bewertet also die mobile Version deiner Website primär für das Ranking.

Schritt 4: Inhalte analysieren

Prüfe deine wichtigsten Seiten nach folgenden Kriterien:

  • Hat jede wichtige Seite ein klares, primäres Keyword?
  • Steht das Keyword im Titel, in der H1 und mindestens einer H2?
  • Ist die Meta Description vorhanden, einzigartig und enthält das Keyword?
  • Gibt es Thin Content — also Seiten mit weniger als 300 Wörtern ohne konkreten Mehrwert?
  • Sind Inhalte aktuell? Veraltete Informationen (z.B. Jahreszahlen, alte Preise) können das Ranking schwächen.

Schritt 5: Backlinks prüfen

Mit Ahrefs Webmaster Tools (kostenlos für die eigene Domain) siehst du, welche Websites auf dich verlinken. Achte auf:

  • Anzahl der verlinkenden Domains (Referring Domains) — mehr ist besser
  • Qualität der Links — Links von relevanten, thematisch passenden Seiten sind wertvoller als unspezifische Verzeichnislinks
  • Toxische Links — Links von Spam-Seiten können schaden und sollten via Google Disavow Tool ausgeschlossen werden

Schritt 6: Ergebnisse priorisieren

Nach dem Audit hast du wahrscheinlich eine lange Liste von Problemen. Nicht alles ist gleich wichtig. Priorisiere nach dieser Logik:

Sofort angehen: Technische Fehler (404s, fehlende H1, doppelte Titles), Core Web Vitals-Probleme, fehlende oder falsche Index-Einstellungen.

Mittelfristig: Inhaltsverbesserungen, Quick-Win-Keywords ausbauen, Backlink-Aufbau starten.

Langfristig: Content-Strategie, strukturierter Themenausbau, GEO-Optimierung.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein Basis-Audit ist mit kostenlosen Tools möglich: Search Console, PageSpeed Insights, Screaming Frog
  • Search Console zuerst — sie zeigt Googles Sicht direkt und unvermittelt
  • Technische Fehler haben Vorrang vor inhaltlichen Optimierungen
  • Quick Wins: Keywords zwischen Position 4 und 15 mit gezielter Inhaltsverbesserung nach oben pushen
  • Audit-Ergebnisse immer priorisieren — nicht alles auf einmal angehen

Häufige Fragen zum SEO-Audit

Wie oft sollte ein SEO-Audit durchgeführt werden?

Für die meisten KMU empfiehlt sich ein umfassender Audit einmal pro Jahr — und ein leichterer Schnell-Check alle drei Monate. Nach großen Änderungen an der Website (Relaunch, neue Seitenstruktur, CMS-Wechsel) sollte immer sofort ein Audit folgen, um Fehler frühzeitig zu erkennen.

Was kostet ein professioneller SEO-Audit?

Das hängt vom Umfang und der Größe der Website ab. Für eine mittelgroße KMU-Website (bis ca. 50 Seiten) liegen die Kosten für einen professionellen Audit typischerweise zwischen 500 und 1.500 Euro. Sehr große oder technisch komplexe Websites können mehrere Tausend Euro kosten. Der Wert liegt nicht im Report selbst, sondern in der konkreten Maßnahmenempfehlung.

Was ist der Unterschied zwischen einem technischen Audit und einem Content-Audit?

Ein technischer Audit fokussiert auf die Infrastruktur der Website: Ladezeiten, Crawlbarkeit, Indexierung, HTTP-Statuscodes, strukturierte Daten. Ein Content-Audit bewertet die Inhalte: Vollständigkeit, Aktualität, Keyword-Relevanz und inhaltliche Qualität. Ein vollständiger SEO-Audit umfasst beides.

Kann ich einen SEO-Audit auch ohne technische Kenntnisse selbst machen?

Einen Basis-Audit ja — die Google Search Console ist so aufgebaut, dass auch technische Laien die wichtigsten Probleme erkennen können. Für einen tiefgehenden technischen Audit sind Grundkenntnisse in HTML, Crawling und Serverinfrastruktur hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, wenn man sich an eine strukturierte Anleitung hält.

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Alexandre Chatelain-Cadet

SEO-Freelancer aus Freiburg im Breisgau mit Schwerpunkt Technical SEO, Local SEO und GEO. Ich helfe KMU und Selbstständigen dabei, in Google und KI-Systemen sichtbar zu werden.